„Alle unter einem Christus und in einer Gemeinschaft“
Einladung an Kooperationspartner zur Altenberger Ökumenischen Versammlung 2030
Liebe ökumenische Partnerinnen und Partner,
am 26. Februar 2026 haben Vorstand und Beirat der deutschen Region der Internationalen Ökumenischen Gemeinschaft (International Ecumenical Fraternity, IEF) beschlossen, im Jahr 2030 zu einer internationalen ökumenischen Versammlung nach Altenberg und Bensberg bei Köln einzuladen. Dazu möchten wir Sie als Kooperationspartner für Vorbereitung und Gestaltung gewinnen.
Worum geht es im Jahr 2030? Das Augsburger Bekenntnis, Grundbekenntnis der Reformation, wird dann 500 Jahre alt. Dieses Jubiläum wirft bereits seine hoffnungsvollen Schatten voraus. Natürlich werden Stadt, Universität und die Kirchen von Augsburg das Ereignis gebührend feiern. Es handelt sich aber nicht nur um ein lokales Ereignis, sondern um ein universales. Der Lutherische Weltbund hat schon angekündigt, seine 14. Vollversammlung im Sommer 2030 in Augsburg durchzuführen. Es geht dabei auch um die Frage, ob von katholischer Seite das Augsburger Bekenntnis als christliches Zeugnis anerkannt wird. Das hat der damalige Kardinal Joseph Ratzinger und spätere Papst Benedikt XVI. anlässlich des 450. Jahrestages schon um das Jahr 1980 herum befürwortet. Kardinal Kurt Koch schrieb dazu im Jahr 2022: „Von daher legt es sich nahe, den 500. Gedenktag des Reichstags zu Augsburg und der damals verkündeten Confessio Augustana im Jahr 2030 zumindest in ebenso intensiver ökumenischer Gemeinschaft wie das Reformationsgedenken im Jahr 2017 zu begehen.“ Im Februar dieses Jahres sind Mitglieder der 6. internationalen Lutherisch/ Römisch-katholischen Kommission für die Einheit in Slowenien zusammengekommen und haben mit der Arbeit für eine Erklärung zum Augsburger Bekenntnis 2030 begonnen. Letztendlich steht damit die Frage zur Diskussion, inwieweit und inwiefern es 2030 wieder zu erneuter Kirchengemeinschaft zwischen evangelischen und katholischen Kirchen kommen kann.
Die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GER) von 1999 hat schon das Versprechen abgegeben: „Unser Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre muss sich im Leben und in der Lehre der Kirchen auswirken und bewähren… (Wir werden uns) weiterhin bemühen, das gemeinsame Verständnis zu vertiefen und in der kirchlichen Lehre und im kirchlichen Handeln fruchtbar werden zu lassen“ (Z. 43). Nachdem im vergangenen Jahr 2025 nach 1700 Jahren das Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (325/381) als unsere gemeinsame Basis wiederentdeckt worden ist, werben wir nun für die nächsten Jahre um eine neue basis-nahe ökumenische Bewegung im Blick auf das Jahr 2030. Kommendes Jahr 2027 geht es um eine Verständigung mit der Täuferbewegung über die gemeinsame Taufe. Im Jahr 2028 steht die Anerkennung der Ämter zwischen anglikanischen und evangelischen Kirchen zur Diskussion. 2029 rückt 500 Jahre nach dem Marburger Religionsgespräch das gemeinsame Verstehen und Feiern von Abendmahl/Eucharistie wieder in den Vordergrund.
Im Jahr 2030 wollen wir dann mit der Altenberger Ökumenischen Versammlung die bis dahin erreichten Schritte bedenken und feiern. Dazu braucht es jetzt eine möglichst breite Bewegung, die den allgemeinen Glaubenssinn des Volkes Gottes (sensus fidelium) zur Sprache und zu Gehör bringt. So können unsere Kirchenleitungen unterstützt, gegebenen-falls aber auch zu mutigem Handeln aufgefordert werden.
Was soll in der Altenberger und Bensberger Woche geschehen? Bisher denken wir an 3 Ebenen:
1. Wir wollen theologische Themen des Augsburger Bekenntnisses ansprechen, z. B. das Kirchenverständnis (Art. 7), das Abendmahl (Art. 10), Amt und Ordination (Art. 14), Glauben und Handeln (Art. 20).
2. Wir wollen im Altenberger Simultan-Dom ökumenische ökumenische Gottesdienste feiern und dabei neue Erfahrungen sammeln: zB. mit Segnungs- und Gospelgottesdienst, Thomas-Messe, Fußwaschung, Taufgedächtnis und Lima-Liturgie.
3. Wir wollen von gelebter Kirchengemeinschaft hören und sie praktizieren: z. B. Partnerschaften auf gemeindlicher, städtischer und kirchlicher Ebene; Pilgerwege nach Trier, Rom oder Santiago; Projekte wie Stadtkirchentage, gemeinsame Feriengestaltung wie Höviland in Köln oder kooperativer Religionsunterricht.
Das sind einige wichtige Gesichtspunkte. Für weitere Ideen und Vorschläge von Ihnen sind wir dankbar. Wir möchten in der Altenberger Woche Kirchengemeinschaft miteinander erleben, feiern und bezeugen. Die Woche kann am Montag mit einer Eröffnung beginnen, von Dienstag bis Donnerstag in Workshops die angesprochenen Themenbereiche erörtern und am Wochenende von Freitag bis Sonntag mit gemeinsamen Feiern ihren Höhepunkt erreichen.
Wir laden Sie als ökumenische Mitstreiter/innen nun herzlich ein, sich an Vorbereitung und Gestaltung der Altenberger Versammlung zu beteiligen. Wir benötigen theologische, spirituelle, organisatorische und finanzielle Mitträger. Einmal jährlich wollen wir uns zur Vorbereitung in Altenberg zusammensetzen. Schon heute laden wir Sie zu einem ersten Kennenlernen ein: Mittwoch, 14. Oktober dieses Jahres wollen wir uns von 15 bis 18 Uhr in der Bibliothek des Kölner DomForums (2. Etage) gegenüber dem Haupteingang des Domes am Hauptbahnhof (Domkloster 4, 50667 Köln) miteinander bekannt machen und erste Pflöcke einschlagen. Wir sind Ihnen zu Dank verbunden, wenn Sie uns baldmöglichst auf der beigefügten Anlage wissen lassen, ob wir mit Ihrer Unterstützung und Mitbeteiligung rechnen dürfen. Im Namen der Altenberger Vorbereitungsgruppe der IEF grüßen wir Sie in ökumenischer Verbundenheit.
Im Auftrag der deutschen Region der Internationalen Ökumenischen Gemeinschaft:
Ihre Pfarrer Dr. Hans-Georg Link, Köln – Diakonin Anne Geburtig, Köln Pastor Wim Wigger, Rheinberg